Die Jagd mit Wolfsgeheul

Was kommt in den nächsten Monaten und Jahren auf uns zu, wenn sich eine Wolfspopulation in Deutschland manifestiert? Nicht nur unter Jägern herrscht ein wenig Unsicherheit, wenn in der Presse und den sozialen Medien von neuen Wolf Sichtungen berichtet wird.

Fest steht: Der Wolf hat in Deutschland einen den höchstmöglichen Schutzstatus durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Er ist neben dem deutschen Gesetz auch durch europäische und internationale Übereinkommen und Richtlinien geschützt. 1)NABU: Wölfe im Recht. Verfügbar unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wissen/19297.html, abgerufen am 18.6.2017

Wie soll in Zukunft mit dem neuen Waldbewohner umgegangen werden?

Um unsere Hunde bei Gesellschaftsjagden zu schützen empfiehlt der DJV in seinem Flyer Hundearbeit im Wolfsgebiet zusammenfassend folgendes Vorgehen 2)DJV/JGHV (2016): Hundearbeit im Wolfsgebiet. Leitfaden für Jagdleiter und Hundeführer. Verfügbar unter https://www.jagdverband.de/sites/default/files/Flyer%20Hundearbeit%20im%20Wolfsgebiet%20%2014%2009%2016.pdf, abgerufen am 18.6.2017:

  • Frühzeitiges Informieren aller Beteiligten (auch bzgl. möglicher Risiken), dass die Jagd in einem Wolfsgebiet stattfindet
  • Die Regelung von Schadensfällen bei Wolfskontakt sollte vorher abgeklärt werden. Schadensfälle/Unfälle sowohl an den zuständigen LJV/DJV/JGHV, als auch die entsprechende Behörde melden.
  • Während der Jagd machen sich Treiber durch lautes Rufen bemerkbar und geben den Wölfen hierdurch die Möglichkeit, sich frühzeitig zurückzuziehen
  • Schnallen der Hunde erst 20 bis 30 Minuten nach dem Treiben, um ein Aufeinandertreffen von Wolf und Hunden zu vermeiden.
  • Bei der Nachsuche wird erst bei Sichtkontakt mit dem kranken Stück geschnallt. Ist Wild vom einem Wolf in Besitz genommen, ist es diesem zu überlassen.
  • Niemals den Hund für das Anzeigen von Wolfszeichen belohnen

Erfahrungswerte aus anderen Ländern

Diese Empfehlungen greifen im Wesentlichen die bisherigen Erfahrungswerte aus anderen Ländern auf. In dem auf der Seite des DTK 1888 veröffentlichten Artikel Jagd mit Hund und Wolfsgeheul von Heinz Jacoby 3)Jacoby, Heinz (2008): Jagd mit Hund und Wolfsgeheul. Verfügbar unter https://www.dtk1888.de/_rec/uploads/misc/jagd.hund&wolfsgeheul.pdf.heinz.pdf , abgerufen am 18.6.2017 wird die Jagd und bisherige Vorfälle bei einer Wolfsbegegnung unter die Lupe genommen. Er kommt zu dem Schluss, dass die Gefahr für die Hunde durch den Verkehr oder Wildunfälle wesentlich höher ist, als durch den Wolf.

Das Verhalten von Hund und Wolf

Im Anhang des Artikels findet sich der Auszug Übergriffe von Wölfen auf Hunde von Ilka Rienhardt und Gesa Kluth aus, der unserer Meinung nach wirklich aufschlussreich ist. Die Autorinnen haben die Berichte der seltenen Übergriffe auf Hunde in anderen europäischen Ländern analysiert und auf sachlicher Ebene beschrieben. Hier einige Fakten aus dem Artikel:

  • Obwohl im Wolfsschutz Übergriffe auf Hunde in einigen europäischen Ländern das Hauptproblem darstellen, sind diese relativ selten.
  • Viele Hunde verfolgen frische Wolfsspuren und werden bei einer Begegnung mit einem Wolfsrudel als Eindringling in ihr Territorium wahrgenommen und deshalb angegriffen.
  • Tests mit besenderten Wölfen in Schweden (!) zeigen, dass Wölfe Hunde nicht von sich aus verfolgen und auch nicht von Hundegebell angelockt wurden.
  • Die medial bekannten Vorfälle mit Hund/Wolfsbegegnungen sind oftmals entstanden, weil der Hund den Wolf stellte oder seine Fährte verfolgte.

Wichtig ist hierbei auch die jagdliche Situation in Skandinavien (große, weiträumige Jagd) und Deutschland (Drückjagden) zu unterscheiden. Das Verhalten der Wölfe scheint je nach Region unterschiedlich zu sein. In Finnland und Russland (!) haben einige Wölfe gelernt, dass kleine und Kettenhunde eine leichte Beute sind und sich auf das Töten dieser spezialisiert. Dieses Verhalten kam jedoch nur im Territorium eines einzigen Wolfsrudel vor. Dennoch besteht für Stöberhunde in diesen Ländern (!) kein erhöhtes Risiko.

In Deutschland werden wir eigene Erfahrungen sammeln müssen. Noch gab es keinen Bericht über die Begegnung Hund-Wolf.

Lesetipp:

Positionspapier vom DJV: DJV (2015): Zur Rückkehr des Wolfes nach Deutschland. Positionspapier des Deutschen Jagdverbandes e.V. (DJV). Verfügbar unter https://www.jagdverband.de/sites/default/files/E%20DJV-Positionspapier%20Wolf%20BJT%20%2019%2006%2015_wolffinal.pdf, abgerufen am 18.6.2017

Buchempfehlungen

Die Amazon-Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop oder Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. Du hilfst uns damit, die Kosten für diese Seite zu decken. Danke für Deine Mithilfe!

Fußnoten   [ + ]

1. NABU: Wölfe im Recht. Verfügbar unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wissen/19297.html, abgerufen am 18.6.2017
2. DJV/JGHV (2016): Hundearbeit im Wolfsgebiet. Leitfaden für Jagdleiter und Hundeführer. Verfügbar unter https://www.jagdverband.de/sites/default/files/Flyer%20Hundearbeit%20im%20Wolfsgebiet%20%2014%2009%2016.pdf, abgerufen am 18.6.2017
3. Jacoby, Heinz (2008): Jagd mit Hund und Wolfsgeheul. Verfügbar unter https://www.dtk1888.de/_rec/uploads/misc/jagd.hund&wolfsgeheul.pdf.heinz.pdf , abgerufen am 18.6.2017

0 comments on “Die Jagd mit WolfsgeheulAdd yours →

Kommentar verfassen